Eine Runde Dampf ablassen, bitte.

Liebe Blogbesucher,

ich bin ein schrecklich unpolitischer Mensch und hatte auch nie vor, hier von etwas anderem als vom Nähen zu posten. Aber die jüngsten Ereignisse lassen mir derartig den Kamm schwellen, dass ich noch platze, wenn ich mir nicht mal Luft verschaffe. Und so wie vorhin auf der Geburtstagsparty z.B. kann ich nicht gescheit mit diskutieren, weil mein Dreijähriger das verhindert.

Dieser Tage schäme ich mich ehrlich, in Dresden zu leben. Die Anschläge, erst auf das Zeltlager, dann jüngst in Heidenau (das ist quasi um die Ecke) … Und eben hat ein Blick in meinen Facebook-Account (wo ich mich sowieso nur selten aufhalte) mein persönliches Fass zum Überlaufen gebracht. Da postet doch eine ehemalige Schulkameradin auch kurz nachdem 30 Flüchtlinge in der Schweiz – so kurz vor ihrem Ziel – auf unbeschreibliche Art und Weise ihr Leben verloren haben, weiter munter Hetzparolen! Hast la vista Schulkameradin, oder besser gesagt auf Nimmerwiedersehen bei FB und sonstwo!

Was haben diese Schmierfinken und Volksverhetzer nur dort, wo andere Menschen ein Herz haben ??? Einen Granitblock?

Oh nein, ich bin auch nicht ohne Zweifel und Sorge, wohin die Probleme dieser Welt bzw. in Europa und seinem unmittelbaren Umfeld führen werden. Weder habe ich wertvolle Lösungsideen, noch bin ich über ein etwas komisches Gefühl erhaben, wenn mich in meiner Stadt einmal irgendwo geballt Muslime umgeben. Auch wenn ich mich dafür schäme (schon wieder) – es ist eine Frage der Gewohnheit, wir kennen hier im Wesentlichen eher die Anwesenheit von vietnamesischen Einwanderern und einigen dunkelhäutigen Mitmenschen.

Aber ich bin gescheit genug, um zu erkennen, dass wir im Paradies leben dürfen und dies nur einem sehr geringen Teil der Weltbevölkerung vergönnt ist. Dass unser Wohlstand, ob wir es nun wollen oder nicht, auch auf dem Elend in anderen Teilen der Welt beruht – in der Vergangenheit und heute. Dass diese „Schere“ nicht ewig gut gehen kann, vor allem, wenn unsere Rüstungsindustrie legitimiert ist, sich eine goldene Nase daran zu verdienen, um Waffen für Krisengebiete zu produzieren.

Oh ich ahne schon seitdem ich Johannes Mario Simmel vor vielen Jahren gelesen habe, wie vieles von den großen Zusammenhängen und Manipulationen in dieser Welt ich nicht weiß. Aber eines kann ich mit großer Bestimmtheit sagen: Wir können in dieser Welt nur mit viel Mitgefühl und dem ehrlichen Willen, etwas von unserem Wohlstand Bedürftigen abzugeben, weitermachen.

So, jetzt geht´s mir besser.

Danke für´s Zuhören …

3 Gedanken zu „Eine Runde Dampf ablassen, bitte.

  1. Pingback: Zeichen setzen! Bloggerfuerfluechtlinge. | Carla näht.

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